fbpx

Zu Beginn jedes Jahres stelle ich mir dieselbe Frage wie wahrscheinlich so ziemlich jeder andere im Kryptobereich auch:

„Wo steht Bitcoin Ende des Jahres?“

Jeder Investor, Unternehmer und Reporter der Presse will wissen, wie sich denn die Kryptopreise im kommenden Jahr verhalten werden. Nachdem ich 2014 in den Blockchainbereich gelangt bin, habe ich mir dieselben Fragen 2015, 2016, 2017 und 2018 gestellt. Nun ist es Anfang 2019 und wir haben mit 2018 gerade eines der schlimmsten Krypto-Bärenjahre hinter uns.

·      Wann startet endlich der nächste Krypto-Hype?

·      Sollte ich jetzt bei den vermeintlich geringen Preisen frisches Kapital nachschießen oder wird es noch weiter hinuntergehen?

·      Was ist der beste Coin dieses Jahr?

·      Wird Krypto nicht doch sterben?

Nicht nur der Rest der Welt, auch ich will wissen wie 2019 sein wird. Doch leider sind Vorhersagen meist sehr schwierig – vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen :-). Lasst uns trotzdem die Glaskugel 3000™ hervorholen, sie kräftig schütteln und so gut es geht Richtung Dezember 2019 blicken, um vielleicht die eine oder andere Antwort zu den obigen Fragen zu bekommen.

Bevor ich jedoch mit meinen Gedanken über die Zukunft starte, möchte ich über meine vergangenen Überlegungen reflektieren. Schlussendlich ist ein Track Record wichtig zu kennen, um zu verstehen ob Meinungen bisher verlässlich waren oder nicht.

Anfang 2015:

Ich war gerade mal ein Jahr im Kryptobereich und hatte den extremen Crash von 1.200 $ auf knapp 200 $ bei Bitcoin miterlebt. 2014 hatte ich Bitcoin bei 800 $ gekauft, nur um es danach bei knapp 400 $ mit minus 50% wieder verkauft zu haben. Nun stand Bitcoin bei ca. 250 $. Ich war froh, „nur“ die Hälfte verloren zu haben und nicht noch mehr. Das gesamte Marktsentiment war extrem negativ und Bitcoin wurde der Tod vorhergesagt. Ich war komplett frisch im Markt und so dachte ich, die Finanzexperten und Presse würde schon Recht haben. Viel zu wenig hörte ich auf wirkliche Experten, die sich im Blockchainbereich tatsächlich gut auskannten und einen ganz anderen Blick auf das Ecosystem hatten. Meine Vorhersage für das Jahr war daher ebenfalls, dass Krypto ziemlich sicher sterben würde. Rückblickend war dieser Punkt des maximalen Pessimismus’ der gesamten Community meine absolute Falschprognose, doch es unterstreicht mein damaliges Unerfahren nach gerade mal einem Jahr:

2015 erholte sich Bitcoin und stieg zeitweise auf knapp über 500 $. Dass sich dadurch FOMO in mir breit machte, war leicht untertrieben gesagt. Gerade ein paar Monate zuvor hatte ich noch für 400$ verkauft. Würde ich jetzt Bitcoin neu einkaufen, müsste ich Bitcoin um jeweils 100 $ teurer einkaufen als ich verkauft hatte. Warren Buffetts Zitat von „Wenn du Geld durch Investieren machen willst, verkaufe teurer als du eingekauft hast“ war genau der Gegensatz von dem, was ich also gerade vorhatte. Ich hatte jedoch mittlerweile meine eigene Firma im Blockchainbereich gegründet und kannte mich deutlich besser aus. Auch ließ ich mich nicht mehr von der Presse oder von Leuten auf Reddit einfach so verunsichern.

Also entschloss ich mich, knapp 100.000 €, welche ich gerade von einer zuvor verkauften Wohnung bekommen hatte, in Bitcoin zu investieren. Ich war damals der Meinung, dass der Immobilienmarkt viel zu überhitzt wäre und ein bisschen weniger Exposure in Immobilien nicht so schlecht wäre. Meine Meinung zum Immobilienmarkt war rückblickend komplett falsch – doch meine Meinung zum Kryptomarkt dafür umso richtiger. Die 100.000 €, entsprachen knapp 10 % von meinem damaligen Kapital und ich investierte sie per Dollar-Cost-Average (Eine Summe über einen Zeitraum hinweg investieren) über ein paar Wochen hinweg in den Markt. Ende des Jahres hatte sich Bitcoin noch nicht wirklich bewegt und stand immer noch bei ca. 500 $. Ich hatte zwar keinen großen Gewinn gemacht, doch auch keinen Verlust. 2015 war somit einerseits das Jahr indem ich ernsthaft anfing in Kryptowährungen zu investieren, es war andererseits auch das erste Jahr, in dem ich auf Social Media über Blockchain, Kryptowährungen und Bitcoin anfing zu berichten. Dies verschaffte mir ein enormes Verständnis und Wissen, welches mir beim Investieren enorm weiter half.

Anfang 2016:

Nachdem sich Bitcoin vom Tief 2014 bis Anfang 2016 zwar fast verdoppelt hatte, so war der Weg dorthin alles andere als einfach. Der Preis schoss oft wild nach oben und unten und das stetige hin- und herpendeln mit extremer Intraday Volatilität verwirrte viele Investoren. Manche kauften wie ich aus FOMO bei 500$, verkauften dann jedoch wieder bei einem Rückgang zu 300$ aus Angst alles könnte crashen. Ich hatte nach meinem Großeinkauf jedoch weder verkauft noch frisches Kapital nachgegeben. Meine Insights durch das stetige Lernen machten sich bezahlt. Anfang 2016 war nun das Marktsentiment ein wenig durchwachsen. Weg waren zwar viele der negativen Schreihälse, doch es waren nicht viele neue positiven Stimmen hinzugekommen. Für mich war trotzdem klar, dass der leicht positive Trend weitergehen würde. Viele Anzeichen innerhalb der Industrie rund um Firmen, technologischer Fortschritt und Bitcoin Adoption ließen dies für Insider erahnen. Ich tippte deshalb auf einen Bitcoinpreis zwischen 500 und 1.000 $ zum Ende des Jahres. Etwas, was ich jedoch nicht so stark eingeschätzt hatte, ließ den Preis sogar an die Obergrenze diese Vorhersage stoßen.

Anfang 2017:

Was war dies? Das Bitcoin Halving 2016, wodurch nur mehr halb so viele bitcoins beim Mining-Reward ausgegeben werden. Das letzte Halving 2012 hatte vielleicht denselben Bullrun 2014 kreiert, doch war mir die Stärke nicht so bewusst gewesen. Bitcoin stieg so tatsächlich auf knapp 1.000$. Meine Annahme hatte sich also mehr als nur bestätigt. Andere Coins wie Ethereum oder Monero traten stärker ins Ökosystem und mein Investment hatte sich mehr als verdoppelt. Weiters sahen wir ein paar Dinge, welche meine Vorhersage Anfang 2017 erschweren würden:

1.    2016 sahen wir die ersten ICOs auf Ethereum.

2.    Das Thema „Forks“ kam verstärkt auf.

3.    Die Presse war seit 2014 noch nie so desinteressiert an Bitcoin.

Diese drei Dinge übersehend, startete ich in 2017 mit der Annahme, dass sich der „Verdoppelungstrend“ der letzten Jahre einfach fortsetzen würde: 2014: 250$, 2015: 500$, 2016: 1.000$ und eben Ende 2017: ca. 2.000$, welche ich dann in einem Webinar ankündigte.

Zwar hatte ich die richtige Tendenz und jeder der investierte, hatte gutes Geld gemacht, doch mein Zielwert konnte falscher nicht sein. Angetrieben durch ICOs, Forks und neuem Hype in der Presse, sah Bitcoin keine Verdoppelung, sondern eine Verzwanzigfachung auf 20.000$. Ethereum stieg sogar von 8$ auf knapp 1.000$ und viele andere Coins pumpten ebenfalls in die Stratosphäre. Mein Investment hatte sich nun ebenfalls auf eine doppelstellige Millionensumme knapp verhundertfacht. Jeder dachte, der Reichtum würde nie enden – Jeder? Nein…

Anfang 2018:

Durch die letzten vier Jahre hatte ich eines gelernt: Wenn jeder brüllt: “Bitcoin wird sterben”, dann sollte man kaufen und wenn jeder brüllt ”Bitcoin geht auf 100,000$”, dann muss man verkaufen. Am 26.12.2017 live auf CNBC verkündete ich daher, dass ich für 2018 einen drastischen Rücksetzer vorhersehen würde. Wir würden die 5.000$ (also -75%) und die 50.000$ (+150%) sehen – nur in welcher Reihenfolge, das sei noch nicht ganz klar. Weiters erklärte ich öffentlich, dass ich aufgrund meiner Vorhersage für 2018 knapp 20% meines Kryptovermögens in Fiat wechseln würde. Ein Shitstorm brauste über mich herein: Ich sei der “Krypto-Judas”, und solle sowas nicht in der Öffentlichkeit sagen! Naja…

Jetzt ist es Anfang 2019 und rückblickend ist alles natürlich einfach. Ich hatte mit meiner Tendenz wie in den Jahren zuvor komplett Recht: Bitcoin steht Anfang des Jahres bei knapp 4.000$. Meine Annahme eines Crashs war also komplett korrekt und jeder, der wie ich verkauft hatte, konnte, wie ich auch, 2018 günstig nachkaufen. Ich habe zum Beispiel Q3 2018 noch – mal öffentlich – dieselbe Menge Bitcoin und Ethereum nachgekauft, welche ich Ende 2017 verkauft hatte – natürlich zu knapp 25% des Preises. Klar wäre es aus jetziger Sicht besser gewesen, 100% zu verkaufen und dann alles neu nachzukaufen, doch langfristig gesehen, wird das ziemlich egal sein.

Doch was war mit dem Bounce auf 50.000$ passiert? Habe ich mich mit meiner Analyse Anfang 2018 geirrt?

Falscher Gedankengang?

Geirrt? Jein: Vielleicht im Zeitrahmen, nicht jedoch im Preis. Wir werden die 50.000$ sehen – wann, das zeige ich dir noch. Wichtiger als die genauen Zahlen, ist es oft, die generelle Tendenz zu erkennen. Bis auf das erste Jahr, hatte ich das in allen Jahren geschafft. Was dazu geführt hat, dass ich relativ gut gekauft und dann verkauft hatte. Nun möchte ich auf die drei Dinge eingehen, welche ich für 2018 inkorrekt analysiert hatte, und die den Bounce erst später bringen werden. Drei Punkte:

1. Regulation:

Ich hatte mir erwartet, dass Länder nicht nur positiver über Bitcoin sprechen, sondern auch Taten folgen lassen. Zum Beispiel wurde der Bitcoin ETF in den USA nach nun zwei Jahren immer noch nicht genehmigt. Für ICOs gibt es in den meisten Ländern immer noch keine klaren Richtlinien. Security Token Offerings (STOs) sind zwar teilweise schon möglich, Tradingplattformen und länderübergreifende Regularien lassen jedoch auf sich warten.

2. Shiny Object:

In den ersten fünf Jahre von Bitcoin, wurde der Preis durch das Shiny Object „Kryptowährung“ getrieben. In den letzten fünf Jahren kam vor allem ein neuer Usecase mit den ICOs und Dapps vor allem auf Ethereum auf. 2018 stellte sich die Frage, was denn die nächste dezentrale Killerapplikation auf der Blockchain sei. Stablecoins? Non-Fungible-Tokens (NFTs)? Security Tokens? Oder doch etwas ganz anderes? Niemand weiß es.

3. Fehlende Use Cases:

2018 kristallisierte sich relativ klar heraus, dass die derzeitigen Applikationen auf der Blockchain wenig bis gar nicht von Leuten benutzt werden. Kryptowährungen werden eher als Spekulation als als Währung gesehen, und Versprechungen vieler Firmen lösten sich in Luft auf.

All dies führte dann dazu, dass wir zwar die „richtige“ Richtung eingeschlagen hatten, jedoch in keinster Weise im erwarteten Zeithorizont. Was also noch nicht gekommen ist, wird meiner Ansicht nach auf jeden Fall noch kommen und wer Ende 2017 wie ich verkauft und Mitte/Ende 2018 wieder gekauft hat, wird sich langfristig hoch erfreuen.

Wie sieht das Ganze nun für 2019 aus? Anstatt dir eine reine Vorhersage zu geben, welche ich nicht untermauere, möchte ich dir meine Herangehensweise genauer beschreiben, sodass du dir noch viel besser dein eigenes Bild machen kannst.

2019 – ein weiterer Krypto-Crash?

Überlegen wir uns zuerst fünf potentielle Szenarien, welche Bitcoin bis Ende des Jahres 2019 von den 4.000 $ deutlich nach unten drücken könnten:

1. Ein Finanzcrash:

Sollten Aktien, Anleihen oder Immobilien in diesem Jahr drastisch fallen, würde ein Liquidity Squeeze eher Geld aus Kryptowährungen herausziehen als hineinbringen, und damit ziemlich wahrscheinlich zu einem Crash von Kryptowährung führen. Dieser Ausgang ist zwar unter Experten ein wenig umstritten, ich persönlich kann mir auch nicht vorstellen, dass eine so volatile Anlageklasse wie Kryptowährungen während eines Crashs als sicherer Hafen angesehen wird. Eher das Gegenteil.Daher denke ich nicht, dass wir 2019 einen drastischen Crash des Gesamtmarktes sehen werden, maximal einen leichten Rückgang.

2. Regulation/Verbot:

Sollte eine Regierung wider Erwartens ein Verbot gegenüber Kryptowährungen aussprechen, so wäre dies klar als bearish zu bewerten. Je nach Größe der Regierung (USA, EU, usw.) könnte sich das negativ auf Kryptowährungen auswirken. Persönlich sehe ich einen solchen Fall als sehr unwahrscheinlich, da sich so ziemlich alle großen Regierungen positiv gegenüber Kryptowährungen ausgesprochen haben. Als Mitglied vieler Workshops der Europäischen Union habe ich auch bis dato nichts Gegenteiliges gehört.

3. Ein Mega Hack:

Würde es zu einer systemischen Krise kommen, weil zum Beispiel eine große und bedeutsame Exchange oder eine wichtige Kryptowährung gehackt wird, so könnte dies zu einem Vertrauensverlust und damit zu einem Preisverfall der Kryptowährungen kommen. Dies müsste jedoch ziemlich systemisch sein, denn es wurden bereits viele Exchanges gehackt oder große Coins wie Tether am Abgrund gesehen. Auch wenn so in der Vergangenheit der Bitcoin-Preis zwar kurzfristig gefallen ist, so hat es seit dem MtGox Skandal nicht mehr zu einem permanenten Rückgang geführt. Ich sehe deshalb ein solches Szenario zwar für 2019 möglich, jedoch nicht für wahrscheinlich.

4. Noch weniger Use Case:

Die Kritik, dass es für die meisten Blockchainanwendungen bis dato keine Verwendung gibt, mag gerechtfertigt sein. Akzeptiert man diese Aussage hingegen , so muss man neidlos zugestehen, dass es praktisch nur eine Richtung in diesem Feld gibt: nach oben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir noch weniger Verwendung von dezentralen Applikationen sehen werden. Wie auch sollte so etwas bei Bitcoin aussehen? Noch weniger Währung und noch mehr Spekulation? Bei Ethereum, Tron, Ripple, IOTA, usw.? Ich glaube einfach nicht, dass wir hier weniger Verwendung sehen werden. Eher das Gegenteil; denn alle Projekte versuchen derzeit, Anwendungsfälle zu lösen und Nutzer aufzubauen. Die Aussage vieler „Kryptohater“, dass es 2019 noch weniger Anwendungen geben wird, kann ich also nicht nachvollziehen, maximal, dass noch weniger Hoffnung existiert und und diese stirbt wohlbekannt zuletzt.

5. Noch weniger Medieninteresse:

Sieht man dezentrale Blockchainanwendungen ähnlich wie Unternehmen, so brauchen diese jeweils einen Verwendungszweck und Aufmerksamkeit – sonst wird das Produkt oder der Service nicht genutzt. Den Verwendungszweck haben wir unter Punkt vier bereits besprochen, könnte jedoch 2019 die Aufmerksamkeit in Medien und unter Investoren noch weiter sinken und damit den Preis noch weiter drücken? Auch wenn ich persönlich glaube, dass 2019 ein sehr ruhiges Jahr in den Medien sein wird, so wird es immer noch genug Debakel aber auch Erfolge zu feiern geben, welche zu Aufmerksamkeit und damit Interesse führen werden.

Zusammengefasst sehe ich diese fünf Punkte, welche zu einem Rückgang von Kryptowährungspreise führen würden, zwar als möglich, jedoch nicht als wahrscheinlich. Wie sieht nun die Gegenseite aus?

2019 – der nächste Krypto-Hype?

Bevor ich zu meiner Preisschlussfolgerung für 2019 komme, möchte ich noch fünf Punkte besprechen, welche zu einem extrem bullischen Kryptojahr 2019 führen würden:

1. Eine Stärkung eines existierenden Use Cases:

Egal ob wir vom Use Case „Währung“ bei Bitcoin oder „Dapps“ bei Ethereum sprechen – alle wurden in der Vergangenheit extrem gehyped. Würde sich wider Erwartens eine Stärkung dieser Use Cases ergeben, so würden die Preise relativ rasch enorm ansteigen. Persönlich sehe ich dies zwar langfristig als extrem wahrscheinlich, nicht jedoch binnen eines Jahres. Genau wie das Internet Jahrzehnte gebraucht hat, um Killerapplikationen zu kreieren, so wird das bei Blockchainanwendungen ebenfalls länger als nur ein Jahr dauern.

2. Zustrom an Leute durch einfacheren Zugang:

Zugang zu Kryptowährungen wird immer als limitierender Faktor für Neulinge gesehen. Egal ob wir von komplexen Exchanges oder dem umständlichen Speichern von private keys sprechen, all dies macht es Newbies klarerweise nicht einfach, im Kryptobereich zu starten und dadurch eine erhöhte Nachfrage zu erzeugen. Für HNWIs (High Net Worth Individuals – Leute mit mehreren Millionen Kapital) ergeben sich noch ein paar andere Fragen: Wie kann man Millionen $ in Kryptowährungen auf einmal kaufen ohne den Markt zu bewegen? Wie sichere ich meine Keys? Wie schütze ich mich vor Erpressung oder Kidnapping? Aus persönlicher Erfahrung weiß ich, dass er für diese Leute oft einfacher oder sogar sicherer ist, ihre Coins auf Exchanges zu lassen. Firmen wie Bakkt oder sogar ein Bitcoin ETF würden hier einen ganz anderen Zugang ermöglichen, doch wie, was, wann und wer genau, das steht noch in den Sternen. Persönlich bin ich sehr pessimistisch, dass ein Bitcoin ETF in den USA im Jahr 2019 genehmigt wird und so ein riesiger Zustrom an frischem Kapital in den Markt kommt. Ebenfalls glaube ich nicht, dass 2019 das “Vererbungsproblem” bei Kryptowährungen gelöst wird, oder dass sich neue Investoren besser im Kryptojungel zurecht finden.  

3. Neues Shiny Object:

Wenn schon bestehende Use Cases den Markt nicht nach oben treiben können, so könnte es eventuell ein neues Shiny Object, genau wie 2014/2015 Ethereum mit ICOs – oder? Die Frage wird jedoch sein, was dieser neue Use Case ist und ob dieser überhaupt den Markt nach oben treibt. Auch wenn Supply Chain vielleicht eine Killerapplikation auf der Blockchain ist, so heißt es nicht unbedingt, dass diese eine erhöhte Nachfrage für Kryptowährungen bringt. Diese entsteht nur, wenn zum Beispiel Bitcoin dafür benötigt wird, um in diesen neuen Markt zu gelangen. Bei Ethereum und den ganzen Token war dies in den letzten Jahren der Fall, was zum extremen Bullrun 2017 geführt hat: Um in Token bei ICOs zu investieren, benötigte man Ether und dafür brauchte man fast immer Bitcoin. Wie ist das jedoch bei dem Use Case der dezentralen Datenspeicherung, welcher ich ein hohes Potential für die nächste Killerapp gebe? Braucht man dafür Bitcoin? Ich bin mir nicht zu 100% sicher. Security Tokens werden wahrscheinlich nur regional und nicht global verfügbar sein. Stable Coins werden eher Liquidität aus „richtigen“ und meist hochvolatilen Kryptowährungen herausziehen und Non-Fungible Tokens brauchen wahrscheinlich noch zwei bis drei Jahre bis hier die Killer Use Cases kreiert werden und von reinen spekulativen Spielen weg gegangen wird. Insgesamt sehe ich hier zwar mittelfristig (3-5 Jahre) Potential, jedoch nicht 2019.

4. Vertrauensverlust in traditionellen Investments:

Kommt es 2019 nicht zu einer globalen Finanzkrise, sondern vielmehr zu einem allmählichen Vertrauensverlust in zentrale Institutionen, so wäre dies extrem bullish für dezentrale Kryptowährungen. Dies ist definitiv ein mögliches Szenario für 2019. Ebenfalls könnte ich mir vorstellen, dass nach einem Finanzcrash sich Kryptowährungen als erstes erholen und als zukünftige Alternative zu zentralisierten Anlageklassen gesehen wird. Aufgrund von diesem noch nie dagewesenen Szenario, ist es jedoch für mich nicht wirklich möglich, hier eine gute Analyse zu liefern und dies gleicht mehr Raten als Wissen. So sehe ich ein solches Szenario zwar realistisch, ich kann ihm jedoch keine Wahrscheinlichkeit zuordnen, sondern sehe es vielmehr als das „Goodie on Top“.

5. Bitcoin Halving 2020:

So kommen wir zum letzten Punkt und für mich schlussendlich zum tatsächlichen Katalysten, welcher wahrscheinlich den nächsten Bullrun starten wird: Das Halving 2020. Preis entsteht aus Angebot und Nachfrage und bisher haben wir vor allem über die Nachfrage besprochen. Das Angebot wird einzig und alleine über den Bitcoin Algorithmus gesteuert. Ich denke, dass nachdem die letzten Bullruns 2014 und 2017 ebenfalls Großteils wegen des Halvings gestartet wurden, sich dies diesmal ebenfalls ähnlich abspielen wird. Die Vergangenheit wiederholt sich zwar nicht unbedingt, sie reimt sich jedoch oft. Das wird allerdings nicht 2019, sondern erst 2020 passieren.

Meine 2019 Vorhersage:

Somit denke ich eher, dass wir 2019 zwar keinen drastischen Preisrückgang, aber auch nicht den Mega-Anstieg sehen werden, sondern eher eine Stagnation mit einem leichten Anstieg. Rein faktisch gesehen erinnert mich das Jahr 2019 an vier Jahre zuvor: 2015. Verläuft dieses Jahr gleich, so werden wir 2019 ebenfalls ein Auf und Ab des Preises sehen, mit der leichten Tendenz nach oben. Durch diese Wellenbewegung werden viele Investoren bei einem Preisrückgang aus Panik eher verkaufen und bei einem Preisanstieg aus Gier eher kaufen. Ich werde mir also noch einmal meine Reflektionen und Tagebücher zu 2015 durchlesen um nicht dieselben Fehler zu machen, welche bereits tausende Menschen vor mir im Jahr 2015 gemacht haben. So kann ich mir leicht vorstellen, dass viele gerade verkaufen wollen, nachdem alles so “langweilig” geworden ist. Auch werden Leute derzeit leicht verunsichert – alles Zeichen, dass wir an einem ähnlichen Punkt wie damals wieder stehen. Nachdem ich bereits 2018 kräftig nachgekauft habe, werde ich in 2019 Stand jetzt weder kaufen noch verkaufen.

Meine Glaskugel 3000™:

Meine Glaskugel 3000™ prognostiziert einen Bitcoin Preis von 8.000 $ zum Jahresende, was zu meiner Verdoppelungstheorie der letzten Jahre passen würde. 2017 war einfach nur ein Ausreißer nach oben, 2018 die Korrektur zurück. Ich glaube also nicht, dass wir ein extrem bullisches Jahr 2019 sehen werden, sondern eher eine Pendelbewegung zwischen 3.000 und 8.000 $ mit einem moderaten Anstieg von Bitcoin auf ca. 8.000 $ bis Jahresende.

Wichtig:

Dies ist keine Finanzberatung, sondern meine rein persönliche Einschätzung durch die Glaskugel 3000™, nach welcher ich dieses Jahr Stand heute handeln werde. Weiters, ist jeder von uns in einer einzigartigen Situation mit unterschiedlichen finanziellen Mitteln und Einkommensmöglichkeiten. Du musst dir deshalb unbedingt ein eigenes Bild zu den unterschiedlichen Szenarien machen und somit auf deine eigenen Schlüsse für 2019 kommen.

Ein paar Fragen an dich zum Schluss:

·      Wie siehst du diese Szenarien?

·      Habe ich ein Szenario vergessen?

·      Alles korrekt bewertet?

·      Sind meine Schlussfolgerungen korrekt?

·      Wo siehst du Bitcoin Ende des Jahres?

Lass es mich auf jeden Fall in den Kommentaren wissen!

Ich werde definitiv  regelmäßig reflektieren und dich am Laufenden halten.

Hast du Fragen? Irgendetwas unklar? Feedback? Oder willst einfach nur “Danke” sagen? Ich freu mich immer auf einen Kommentar.

Wenn du Wert auf diesen Beitrag bekommst, teile ihn bitte und gib mir einen Daumen hoch.

Weiters, falls du mir noch nicht auf Social Media folgst, hier die wichtigsten Kanäle:

Twitter: http://twitter.com/julianhosp

Instagram: http://instagram.com/julianhosp

YouTube: http://youtube.com/julianhosp

DE Facebook: http://facebook.com/groups/kryptoganzeinfach

EN Facebook: http://facebook.com/groups/cryptofit

Falls du neu im Thema Kryptowährungen bist, hol dir mein Buch “Kryptowährungen einfach erklärt” https://amzn.to/2Uk8Nxc

Bis zum nächsten Mal,

Julian

Dr. Julian Hosp (www.julianhosp.com) ist ein weltweit bekannter Blockchain-Experte. Er ist Mitbegründer eines Unternehmens mit Sitz in Singapur, das über 100 Millionen US-Dollar an Finanzmitteln erhielt. Zuvor war Julian 10 Jahre Profisportler und Arzt.

Er ist Autor mehrerer Bestseller wie „Kryptowährungen einfach erklärt“ und „Blockchain 2.0 – mehr als nur Bitcoin“, die in 15 Sprachen übersetzt wurden und über 100.000 Exemplare verkauft haben: www.cryptofit.community

Er zählt zu den weltweit bekanntesten Experten für Blockchain, Kryptowährungen und Dezentralisierung und arbeitet mit der Europäischen Union in Blockchain-Gruppen zu Themen wie Regulierung, soziale Auswirkungen und Wirtschaft.

Als Sprecher des Washington Speakers Bureau wird er häufig zu globalen Tech- und Unternehmerveranstaltungen sowie Regierungsgipfeln auf der ganzen Welt eingeladen. Darüber hinaus ist er regelmäßig in den Medien zu aktuellen Blockchain-Trends, der Zukunft von Kryptowährungen und Unternehmerthemen präsent.